Kundeninformation und allgemeine Fragestellungen
Hier finden Sie in loser Reihenfolge Artikel zu aktuell bewegenden Fragen.
Mehrkosten durch Mautgebühren
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit Anfang Januar 2005 wird nun die lang angekündigte LKW-Mautgebühr erhoben. Dadurch entstehen uns nicht nur Mehrkosten bei der Auslieferung unserer Produkte, sondern auch bei sämtlichen Anlieferungen unseres Basis- und Handelsmaterials, die wir nicht zusätzlich allein tragen können.
Für Lieferungen ab dem 01.02.2005 sind wir daher gezwungen, einen pauschalen streckenunabhängigen Zuschlag für alle Produktabgaben in Rechnung zu stellen. Den aktuellen Wert erfragen Sie bitte bei Ihrem Verkaufsmitarbeiter.
Wir vertrauen auf Ihr Verständnis für diese notwendige Maßnahme und hoffen auf weiterhin gute Zusammenarbeit.
Mit freundlichen Grüßen
FIWA-Glas GmbH & Co. KG
Rüdiger Danders, Geschäftsführer
Europaweiter Energiezuschlag auf Glas
Sehr geehrte Damen und Herren,
in den letzten Monaten haben sich die Kosten für Energie sowie auch für Rohstoffe, die für die Energiegewinnung benötigt werden, drastisch erhöht.
Daraus resultierend erhebt die europäische Glasindustrie ab dem 01.11.2004 einen sogenannten Energiezuschlag auf alle Glaslieferungen an uns.
Dieser wird als separater Zuschlag in Abhängigkeit vom Ölpreis an der Londoner Börse ermittelt. Jeweils am 15. des Monats zum Quartalsbeginn wird der IPE Brent Index fixiert und gilt dann für 3 Monate.
Leider kann die FIWA-Glas GmbH & Co. KG die daraus resultierenden erheblichen Mehrkosten nicht mehr tragen und wir sind daher gezwungen, ebenfalls einen Energiezuschlag zu erheben.
Dieser wird in einer seperaten Position auf allen Rechnungen ausgewiesen. Wir rechnen den Zuschlag in Eurocent für jedes kg ausgegebenes Glas.
Die Höhe beträgt derzeit 0,0540 Euro/kg, zzgl. MwSt. Wir beginnen mit der Berechnung des Zuschlags am 08.11.2004. Dieser Zuschlag wird quartalsweise je nach Ölpreis überprüft und entsprechend aktualisiert.
Der derzeitig vorherrschende Marktpreis läßt eine andere Regelung nicht mehr zu. Unsere Außendienstmitarbeiter werden Ihnen in den nächsten Besuchen weitere Erläuterungen geben.
Wir bitten um Ihr Verständnis für diese Maßnahme
Mit freundlichen Grüßen
FIWA-Glas GmbH & Co. KG
Rüdiger Danders, Geschäftsführer
Verträglichkeit von Dichtstoffen für Mehrscheiben-Isolierglas mit Verglasungsdichtstoffen
Beim Einbau von Mehrscheiben-Isolierglas (MIG) in den Rahmen werden Verglasungsdichtstoffe auf Basis von Silikon oder auch anderen Rohstoffen verwendet.
Bei der Ausfüllung des Falzraumes mit Dichtstoff gemäß der Beanspruchungsgruppen zur Verglasung von Fenstern des Instituts für Fenstertechnik Rosenheim unter Anwendung des Verglasungssystems mit aufgefüllten Falzraum, kann es bei minderwertigen Dichtstoffen zu einer Weichmacherwanderung durch die Polysulfid- oder Polyurethan-Sekundärdichtung in den Primärdichtstoff (PIB) kommen. Der Primärdichtstoff, der in seiner chemischen Eigenschaft dem aus dem Verglasungsdichtstoff migrierenden Weichmacher sehr ähnlich ist, nimmt diesen auf, weicht selbst auf und wird flüssig. An der waagerechten oberen Scheibenkante tritt dann der flüssige Primärdichtstoff in den Scheibenzwischenraum.
Generell ist hervorzuheben, dass gemäß den Empfehlungen des IFT Rosenheim Verglasungssystme mit aufgefülltem Falzraum nur für Holzfenster gegeignet sind, wenn in den Einbaurichtlinien des Isolierglasherstellers keine andere Festlegung getroffen wurde. Um die Verträglichkeit einzelner Dichtstoffe zu überprüfen, wurde unter der Federführung des IFT Rosenheim eine Arbeitsgruppe, der nahezu alle Dichtstoffhersteller angehören, ins Leben gerufen.
Im Labor unseres Dichtstofflieferanten IGK wurden zur Klärung dieser Thematik Versuche mit vielen am Markt erhältlichen Dichtstoffen durchgeführt. In einem schichtweisen Aufbau wurden Isolierglasdichtstoffe auf Basis von Polysulfid und Polyurethan mit Verglasungsdichtstoffen unterschiedlicher Rohstoffbasen und Hersteller in Kontakt gebracht und über einen Zeitraum von 21 Tagen bei 70 °C im Wärmeschrank gelagert.
Der in der Praxis aufgetretene Schaden konnte im Labor nachvollzogen werden.
Bei Kontakt mit Silikon und auch anderen Verglasungsdichtstoffen, die durch Kohlenwasserstoff-Weichmacher verschnitten wurden, weichte die Primärdichtung auf und wurde flüssig. Dabei war die Anziehungskraft zum Weichmacher so groß, dass sowohl der Polysulfid- als auch der Polyurethan-Randverbund durchwandert wurde, ohne selbst geschädigt zu werden.
Aufgrund dieser Ergebnisse muss generell vor der Verwendung von Verglasungsdichtstoffen mit migrationsfähigen Weichmachern gewarnt werden.
Vor der Verwendung von Verglasungsdichtstoffen empfehlen wir, vom Hersteller selbiger eine schriftliche Bestätigung einzuholen, daß im Verglasungsdichtstoff keine migrationsfähigen Inhaltsstoffe vorhanden sind. Gleiches gilt auch für Verglasungsklötze.
Sollte der Nachweis nicht erbracht werden können, daß im verwendeten Silikon (Verglasungsdichtstoff) keine migrationsfähigen Inhaltsstoffe vorhanden sind, können eventuelle Reklamationen gegenüber uns als Isolierglashersteller, nicht geltend gemacht werden.
Klappergeräusche bei innenliegenden Isolierglas-Sprossen
Da immer wieder vom Kunden klapperne Sprossenelemente beanstandet werden, hier ein Statement des renommierten Institut für Fenstertechnik, Rosenheim:
Klappergeräusche von Sprossenprofilen im Scheibenzwischenraum von Mehrscheiben-Isolierglas
Sprossen an Fenstern sind keine technische Notwendigkeit, sondern ein Gestaltungsmittel. Aufgrund verschiedener Überlegungen werden unterschiedliche Ausführungen angeboten. Eine häufige Ausbildung ist das Einlegen von Sprossen in den Zwischenraum von Mehrscheiben-Isolierglas. Bei dieser Ausführung müssen verschiedene technische Gesichtspunkte beachtet werden, damit es nicht zu Schäden am Isolierglas kommt. Die Sprossen dürfen in ihrer Dicke nicht das Nennmaß des Scheibenzwischenraumes haben, weil sonst die Gefahr besteht, dass bei Klimabeanspruchungen Glasbruch auftritt. Dies ist dadurch bedingt, dass sich – je nach Änderung des Umgebungsklimas – die Scheiben des Mehrscheiben-Isolierglases konvex oder konkav verformen. Damit vergrößert oder verkleinert sich der Scheibenzwischenraum. Dieses Verhalten ist durch das System Mehrscheiben-Isolierglas physikalisch bedingt und nicht änderbar. Daraus folgt aber zugleich, dass für den Fall, dass der Scheibenzwischenraum sich vergrößert, die eingelegten Sprossen nicht mehr abgestützt sind. Deshalb kann es bei Bewegungen des Fensters oder der Scheiben zu Schwingungen der Sprossen kommen. Die Bewegungen des Fensters oder der Scheiben resultieren beispielsweise aus der normalen Betätigung (Öffnen/Schließen des Flügels), aus Luftdruckwellen vorbeifahrender Fahrzeuge, aus Windböen oder aus Luftdruckwellen, die beim Schließen von raumabschließenden Türen entstehen. Bei diesen Schwingungen ist es unvermeidbar, dass die Sprossen an die Scheiben schlagen. Verbunden damit ist eine Geräuschbildung, die durch das Anbringen von Stütznoppen aus Kunststoff oder Filz in den Kreuzpunkten der Sprossen gemindert, aber nicht vermieden werden kann. Das entstehende Geräusch wird deshalb von der Größe der Verformung und damit auch von der Größe der Scheiben mitbestimmt, da große Scheiben sich stärker verformen als kleine Scheiben. Unter dem Gesichtspunkt, dass eine Dämpfung des Geräusches durch Auflagen aus Kunststoffnoppen oder Filz vorhanden ist, ist die Geräuschbildung nicht als Mangel zu werten. Da diese Auflagen aus optischen Gründen nicht immer akzeptiert werden, sollte der Kunde vorab auf die mögliche Geräuschentwicklung hingewiesen werden.
Ornamentglas Altdeutsch K
Da immer wieder vom Kunden Zuschnitte und Isolierglas mit dem Ornament Altdeutsch K reklamiert oder beanstandet werden, hier ein Auszug aus einem Schreiben des Herstellers an uns:
VEGLA Vereinigte Glaswerke GmbH, Werk Mannheim-Waldhof, 12.02.1997
Altdeutsch K ist ein Gussglas, dessen Oberflächenstruktur nicht mit einer Molette aufgetragen und geprägt wird. Dementsprechend ist auch die Struktur nicht gleichmäßig, wie Sie es von anderen Gussglasmustern gewohnt sind. Schlieren und Blasen im Glaskern, auch wenn diese sich zur Oberfläche öffnen, sind gewollt und charakteristisch für dieses Glas. Die Fabrikationsart ist mehr handwerklich, so dass auch die Struktur zufällig und ungleich ist. Das betrifft auch blanke Zonen, die mehr oder weniger groß, vorwiegend in den Randbereichen, auftreten können.
Zusammenfassend können wir sagen, dass es produktionstechnisch nicht möglich ist, eine völlig übereinstimmende Struktur zu liefern oder anders gesagt, auf die sozusagen gewollte Unregelmäßigkeit zu verzichten. Das betrifft natürlich auch die Größe gegebenenfalls offener Blasen (die zugegebenermaßen die Dicke etwas beeinflussen können) und eventuell paralell und durchgehend verlaufende Streifen. Erst das gesamte vorliegende Erscheinungsbild macht die Charakteristik des Altdeutsch K aus.
Wir bitten Sie um Verständnis dafür, dass wir als Hersteller des Basisproduktes Altdeutsch K in Reklamationsfällen auf Abs. 4 unserer Verkaufsbedingungen verweisen müssen. Vor allem dürfte in diesem Zusammenhang der Absatz interessant sein, der sich auf den Ausschluss von Beanstandungen bei bearbeiteten Gläsern (z.B. Isolierglas) bezieht.
Deshalb ist es uns nicht möglich, sowohl allgemein als auch speziell Reklamationen zu bearbeiten, die sich mit dem fertigen Isolierglas beschäftigen. Sie werden um so mehr Verständnis dafür haben, wenn Sie bedenken, dass viele nicht überschaubare Kriterien auf dem Isolierglassektor auf das fertige Produkt Einfluss nehmen.
Das schließt nicht aus, dass wir zumindest auf das Basisprodukt Altdeutsch K näher eingehen wollen. So sind wir zum Beispiel der Meinung, dass sich Altdeutsch K in den verschiedenen Versionen durchaus für Isolierglas eignet. Wir sind sogar sicher, dass ein sehr erheblicher Teil der vielen gelieferten Quadratmeter für den Isolierglassektor verwendet wurde.
Wichtig erscheint uns jedoch dabei, dass die Verwendung von Altdeutsch K unter der Beachtung von produktionsspezifischen Gegebenheiten erfolgen muss.
Da wäre zunächst die Ist-Dicke von ca. 3,5 – 3,8 mm, die sich zwar innerhalb der zulässigen Soll-Dicke von 4 mm (DIN 18361), aber dennoch in der Minus-Toleranz, bewegt. Zu beachten ist auch das Fehlen einer gleichmäßigen Feuerpolitur über die gesamte Fläche, wie sie bei den sonstigen Gussgläsern üblich ist. Die Oberfläche ist vielmehr gewollt – durch große (z.T. übergroße) Blasen, aufgerissen. Wir empfehlen ihnen deshalb, z.B. für den Zuschnitt, die Wahl der glattesten Seite.
Besondere Beachtung verdienen auch eine höchst ungleichmäßige Struktur, die sich in der Optik bei größeren Scheiben bemerkbar machen kann, sowie die wärmeabsorbierende Wirkung bei gefärbten Gläsern. Zum letzten Punkt wurde deshalb schon immer die durchgefärbte Ausführung als Außenscheibe bei Isolierglas empfohlen.
Soweit es gewölbte Isoliergläser (Kassetten) unter Heranziehung von Altdeutsch K angeht, so sind bei uns bekannten Isolierglasherstellern solche Einheiten bis maximal 40 × 70 cm ohne Schwierigkeiten erstellt worden.
… Hier nur soviel, dass offensichtlich Berstsprünge bei asymetrischem Scheibenaufbau jeweils das dünnste Glas treffen, allerdings unabhängig davon, ob planes oder ornamentiertes Glas verwendet worden ist.
Sollte ein Problemfall oder ein interessantes Thema hier nicht vertreten sein, scheuen Sie sich nicht, uns per E-Mail, Telefon oder Fax zu befragen. Wir werden uns immer bemühen ein kompetenter Partner zu sein und alle Fragen zufriedenstellend beantworten.
